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„Odin, Thor, Sleipner – allesamt stattliche Protagonisten aus der nordischen Sagenwelt.

Mächtig, kraftvoll, Respekt einflößend. Doch jetzt ist der Lack ab. Buchstäblich. „Odin“ liegt danieder, „Thor“ braucht immerhin Stützen. Und „Sleipner“, das ehemals agile Ross Odins, schaukelt seinen stattlichen Bauch im Hafenbecken von Allinge am nördlichen Zipfel der dänischen Insel Bornholm.

Jens Erik Jensen lächelt. Er ist einer von „Sleipners“ neuen besten Freunden. Statt Mantel und Speer trägt er lieber Jeans, Karohemd mit hochgekrempelten Ärmeln und Schiffermütze. Jens ist gelernter Tischler und schaut an diesem Tag bei „Sleipner“ nach dem Rechten. Seine blauen Augen leuchten, wenn er von dem blau-grünen Fischersegelboot mit den roten Segeln spricht, und die vielen Fältchen im braungebrannten Gesicht bringen den grauen Bart zum Tanzen. Vor sieben Jahren kaufte er gemeinsam mit sechs Freunden den Einmaster und sie begannen, ihn zu restaurieren. Jens und seine Freunde teilen eine Leidenschaft: Holzsegelboote, und ganz besonders solche, die von Bornholm stammen. (…)“

Die Reportage über Jens, Sleipner, traditionelle Holzschiffe und eine kleine Werft in Rønne auf Bornholm, in der ein paar betagte Seebären unermüdlich mit klassischem Bootsbauhandwerk dem industriellen Umfeld trotzen, ist im September 2014 im Magazin segeln erschienen.

Text und Fotos: Kerstin Selle