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Wenn die Vergangenheit querschießt.

In Andorra, so scheint es, existieren schon lange keine alten Zeiten mehr. Wie frisch aus dem Ei gepellt zeigen sich Straßen und Fassaden, Geschäfte und Hotels, Autos und selbst Bewohner und Touristen. Nicht einmal im Souvenirshop konnten sich die vergangenen Tage als bäuerliche Folklore in Gips gegossen oder als Kühlschranksticker erhalten. Alles Alte wurde hinausgefegt, die Patina überstrichen, Kratzer verspachtelt und Ecken geschliffen. Einzig den Berggipfeln scheint man ihr Alter zugestanden zu haben. 

Doch plötzlich und unerwartet, ausgerechnet an der mehrspurigen Ortsausfahrt von Andorra la Vella und der Zufahrt zum ultramodernen Tunnel, wollen renitente Elemente der Vergangenheit die Moderne noch einmal pisacken. Denn hier sahen sich die Verantwortlichen offenbar gezwungen, unter anderem Traktoren und Pferdefuhrwerken Einhalt zu gebieten und eigens für sie (und für lebensmüde Radfahrer und Fußgänger) ein Verbotsschild aufzustellen. Zwischen all den PS-starken SUVs, Reisebussen und Luxuskarossen ein absurd anmutender Link in die Vergangenheit.

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